Diese Aufführung stellt eine ganz besondere Herausforderung dar: Noch nie spielten wir auf einer so grossen Bühne wie diesmal im Fürstenlandsaal. Auch rechnen wir mit einem Rekordbudget von rund 360 000 Franken», sagt Irene Stark; sie spielt im Musical «My Fair Lady» von Frederick Loewe die Hauptrolle des Blumenmädchens Eliza Doolittle. Neunmal wird das Musical aufgeführt. Premiere ist am Freitag, 16. April, der letzte Vorhang fällt am Samstag, 8. Mai.
«Es macht mich nervös, wenn ich in meiner Rolle nicht sattelfest bin, deshalb repetiere ich vor den Proben und jeweils auch vor den Aufführungen den Text, indem ich ihn abdecke und dann auswendig aufsage», schildert Irene Stark ihr Vorgehen. Vom häufigen Gebrauch ist das Textheft schon ganz zerfleddert.
Bei den bisherigen Stücken hatte der Theaterverein Fürstenland nur in den Proben eine Souffleuse, nicht aber bei den Aufführungen. Bei der neuesten Produktion verzichtet man gezwungenermassen ganz darauf, weil die bisherige Souffleuse weggezogen ist und eine Nachfolgerin nicht einfach so aus dem Hut gezaubert werden kann. «Dieser Umstand hat aber auch eine gute Seite: Dadurch müssen alle den Text gut auswendig lernen, weil man nicht auf die Hilfe der Souffleuse spekulieren kann», erklärt Stark den positiven Nebeneffekt der Absenz.
Die ganze Familie Stark ist theaterbegeistert. Ehemann Pius spielt die Rolle des Müllkutschers Alfred Doolittle, notabene Vater des Blumenmädchens Eliza! Auch die drei Töchter des Ehepaars Stark sind im Stück engagiert: Die älteste Tochter Seraina (17), dann Melanie (14) und auch die jüngste Tochter Chiara (9) haben ihren Auftritt im Musical. Einzig Sohn Dominic (15) ist in dieser Produktion nicht dabei. Doch auch er kennt die Welt des Theaters, so machte er kürzlich in der Theateraufführung des Gymnasiums Friedberg in William Shakespeares Komödie «Der Kaufmann von Venedig» mit.
«Ich bin erst durch die Bekanntschaft mit meinem Mann zum Theaterspielen gekommen. Pius ist seit seiner Jugend ein begeisterter Schauspieler. Vorher hatte ich mit dem Theater nichts am Hut», berichtet Irene Stark. Ihr Mann war treibende Kraft bei der Gründung des Theatervereins Fürstenland im Jahre 1988, seither führt er den Verein als Präsident, Irene übt das Amt der Aktuarin aus. «Unser Verein hat das Ziel, in regelmässigen Abständen Theaterproduktionen auf die Bühne zu bringen, die ein grosses Publikum unterhalten. In der Anfangszeit wurden deshalb Lustspiele und Schwänke auf die Bühne gebracht», charakterisiert Präsident Stark das Ziel des Vereins. Doch mit der Zeit wuchsen die Ansprüche und die Vereinsmitglieder entdeckten ihre Liebe zum Musiktheater. So spielte der Verein «Die kleine Niederdorfoper» (1993), «Das Weisse Rössl» (2003) und zuletzt «Der schwarze Hecht» (2006).
« ‹My Fair Lady› ist eines der schönsten Musicals, die es gibt. Und die Rolle des Blumenmädchens Eliza ist meine Traumrolle, die ich schon lange gerne gespielt hätte», kommt Irene Stark ins Schwärmen. Um ihre Stimme zu schulen, nimmt die Sopranistin regelmässig Gesangsunterricht. «Eine besondere Herausforderung stellt das breite Spektrum der Gefühle der Eliza dar: Einmal himmelhoch jauchzend und kurz darauf zu Tode betrübt!» Bei einem Musical sind Allrounderqualitäten gefragt: Neben Schauspiel und Gesang ist auch tänzerisches Talent gefordert. Die grösste Schwierigkeit bereitete ihr die Choreographie, zu Beginn der Proben habe sie eine rechte «Lismete» mit den Beinen gehabt, erinnert sich Irene Stark mit einem Lachen.
Es brauchte eine gehörige Portion Hartnäckigkeit des Präsidenten, bis der Gossauer Verein die Aufführungsrechte für «My Fair Lady» bekam. Denn der Verlag erteilt die Rechte nur an Profi-Bühnen. Ein ausführliches Dossier über die bisherigen Aufführungen brachte dann den Umschwung. Apropos Aufführungsrechte: Die Kosten sind erklecklich: Je nach Zuschauerzahl bewegen sie sich zwischen 25 000 und 30 000 Franken! n
Informationen und Vorverkauf unter: www.theaterverein.ch und bei der Swissregiobank (071 388 74 90).
Bevor sie im Oktober für ein halbes Jahr nach London verreist, geht Jaël mit Lunik auf Clubtour ? und sie zeigt uns ihr Bern. Ihr Nest, in das sie zwischen den immer grösseren Höhenflügen ihrer Band gerne zurückkehrt.
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