Boot ahoi auf der sanften Thur

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Auf der Thur zwischen Gütighausen und Andelfingen gibts sanfte Stromschnellen und schneeweisse Kiesstrände. Ideal für eine entspannte Gummiboot-Fahrt mit Kindern.

von Melissa Müller

Hochsommer – was gibt es Vergnüglicheres als eine Schlauchboot- Tour und ein erfrischendes Bad im Fluss? Wir entscheiden uns für einen Klassiker: den Thurabschnitt zwischen Gütighausen und Andelfingen. Diese Bootstour dauert gerade einmal eine Stunde und eignet sich auch für Familien mit kleinen Kindern. Wer mag, kann mehrere Stunden weiterfahren bis Eglisau. Da der Fluss an den meisten Stellen nur knietief ist, können die Erwachsenen auf eine Schwimmweste verzichten. Ein paar kleine Stromschnellen sorgen für gefahrlose Action. Das zumeist ruhige Gewässer fliesst durch weitgehend unberührte Natur. Nur bei hohem Wasserstand ist Vorsicht geboten: Dann ist die Strömung in den Kurven recht stark.

Wasserdicht verpackt

Mit Gummiboot, Paddel und Pumpe sind wir perfekt ausgerüstet. Wir haben ein Sackmesser, Sonnencreme, Badehose, Feuerzeug und etwas Proviant in wasserdichte Säcke gepackt. Leider ist der Ausflug mit dem öV etwas zu kompliziert, denn zwischen Gütighausen und Andelfingen fahren nur wenige Busse. Am besten organisiert man diese Tour mit zwei Autos, parkiert ein Fahrzeug bei der Einbootstelle und das andere beim Ziel. Oder man macht es wie Urs Brosy, Autor von mehreren Ausflugsbüchern: «Man parkiert das Auto am Ziel und fährt mit den Rollerblades zurück zum Gummiboot.»

Alte Eichen, junge Enten

Das Abenteuer beginnt in Gütighausen, einem Dörfchen in der Nähe von Frauenfeld. Dort steigen wir ein und lassen uns flussabwärts treiben. Die romantische Fahrt entschädigt für die Umtriebe. Die Thur schlängelt sich durch das malerische Naturschutzgebiet Tüfenau. Wir sind umgeben von dichtem Wald. Alte Eichen lassen ihre Äste ins Wasser hängen, Entenfamilien kreuzen unseren Weg. Mächtige Eisenbahnbrücken spannen sich über den Fluss. Das Ufer ist gesäumt von weissen Kiesbänken. Ein Mann im Adamskostüm nimmt ein Sonnenbad, und ein Stück weiter unten winken uns zwei Kinder zu. Nur der Biber hat sich versteckt. Wir legen eine Pause ein. Der kleine Strand, an den wir andocken, wirkt so einsam und verlassen, dass wir uns ein bisschen wie Robinson Crusoe fühlen. Wir machen ein Feuerchen und verköstigen uns mit einem Picknick. Damit uns die Steinchen am Ufer nicht pieksen, ziehen wir Gummisandalen an. Das Wasser glitzert türkisbau. Was für ein Paradies! Man könnte hier stundenlang hübsche Steinchen sammeln, flache Kiesel über das Wasser werfen oder einfach der Strömung zuschauen und träumen. Doch dann entlädt sich ein Sommergewitter. Wir schieben das Boot in die Thur und paddeln schnell weiter. Nach der Metallbrücke in Andelfingen gehen wir ans Land, lassen die Luft aus unserem Gummiboot – und machen uns müde, aber zufrieden auf den Heimweg.

Tips zum Ausflug

Anfahrt per Auto Von Frauenfeld via Ellikon-Altikon-Thalheim nach Gütighausen; von Winterthur via Seuzach über Thalheim nach Gütighausen

Start Einbootstelle bei der Gütighauser Thurbrücke

Ziel Badi Andelfingen, bei der Eisenbrücke, oder Thurbrücke Flaach

Tip Nach Andelfingen fliesst die Thur in den Rhein. Man kann sich mit dem Boot weitertreiben lassen bis Eglisau. Achtung, im Rhein ist die Strömung stärker.

Sicherheit Die Thur kann innerhalb kürzester Zeit zu einem reissenden Fluss werden, bei dem selbst geübte Ruderer ihre Kräfte bündeln müssen, um den Ausstieg noch zu schaffen. Das richtige Einschätzen der eigenen Fähigkeiten ist lebenswichtig. Infos zu «10 Gebote Thurfahrt» im Internet unter www.thur.tg.ch.

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Einsendeschluss ist der 9. Juli. Viel Glück!

 

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