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«Meine Idole sind die Klassiker»


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Noah Huber übt seit drei Jahren im stillen Kämmerlein. Nun wagt der Mime den Schritt auf die Bühne.



Noah Hubers Kunst braucht keine Worte. Sein Debütprogramm feiert der 15-jährige Mime aus Güttingen am 7. April im Kulturforum Amriswil. Bisher 


Desirée Müller/Bilder: Mareycke Frehner

Noah Huber ist ein grossgewachsener 15-Jähriger mit für sein Alter erstaunlich guten Manieren. Damen den Vortritt zu lassen oder ihnen in die Jacke zu helfen ist für den Gentleman selbstverständlich. An seinem Äusseren fällt einem zuerst seine ungebändigte Lockenmähne auf. Sobald er aber in seine Rolle als Mime «Hübi» schlüpft, wird die Mähne mit Haargummis gezähmt. «Sonst sieht man meine Mimik nicht», erklärt der Güttinger und verzieht sein Gesicht. Noah betritt sein Zimmer, in dem es fein nach Herrenparfüm duftet und entschuldigt sich sogleich für das Chaos. Die Wände sind vollgekleistert mit Autogrammkarten und Postern. Diverse Gummientchen zieren ein Regal, eine Kaffeemaschine schaut zwischen Magazinen und Schulbüchern hervor und eine leere Kindersektflasche, gefüllt mit Kleingeld, wartet darauf, geleert zu werden. Auf dem Bett liegen zudem weisse Handschuhe – ein richtiges Künstlerzimmer eben. 


Ein junger Kleinkunst-Kenner


Seit einiger Zeit begeistert sich Noah für die Kleinkunst – Pantomime im Speziellen. Angefangen mit Rollen im Schultheater und Jugendmusicals kam Noah immer mehr auf den Geschmack der stillen Kunst auf der Bühne. «So schuf ich den Mimen Hübi», sagt Noah Huber. Schauspielkurse habe er nie besucht. Auch Youtube-Videos von anderen Pantomimen schaut er sich nur selten an. Nicht einmal vor dem Spiegel übt der 15-Jährige seine Mimik. «Ich würde sagen, ich bin ein Autodidakt.» 


Noah ist ein Fan der ganz Grossen. «Dimitri war und ist mein grosses Idol. Auch Gardi Hutter bewundere ich.» Um sich in der Schweizer Kleinkunstszene einen Namen zu machen, besucht er möglichst viele Vorstellungen seiner Idole – und wartet so lange nach dem Auftritt, bis er kurz mit ihnen sprechen kann. «Mit Gardi Hutter verabredete ich mich schon mal zum Abendessen», erzählt Noah stolz.


Im Endspurt


Aktuell gibt er seinem Programm «Der Mime ist tot – es lebe der Mime» den letzten Schliff. 350 Zuschauer haben im Saal Platz. Noah hofft, dass viele der Plätze besetzt sein werden. Seine Kunst bleibt zumindest für die nächsten Jahre ein Hobby. «Im Sommer beginne ich meine Ausbildung zum Fachangestellten Gesundheit in der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen. «Mal schauen – vielleicht darf ich die Patienten hin und wieder mit einer kleinen Show unterhalten», sagt Noah und bindet sich für eine kleine Kostprobe die Haare zusammen.


«Der Mime ist tot – es lebe der Mime»
 Unter dem Künstlernamen «Hübi» 
 präsentiert Noah Huber am 7. April im 
 Kulturforum Amriswil an der Bahnhof­stras­se 22 sein Debütprogramm. 
 20 Uhr bis 22 Uhr. Tickets: 077 520 46 74 oder huebi.mimo@gmail.com. 
 Der Eintritt kostet 7 Franken.


TIPP


Für die Premiere am 7. April in Amriswil verlost der anzeiger 3 x 2 Tickets.
 Mehr Infos auf Seite 33