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Kochen und backen mit den Müttern


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Die anzeiger-Redaktoren stellen in einer losen Folge ihre Lieblings­rezepte aus Mutters Küche vor. Den Anfang macht Praktikant Dominik John mit einem Linzertorten-Rezept.

Dominik John/Bilder: Mareycke Frehner

Bei den «drei Fragezeichen» ist Tante Mathilda weit herum bekannt für ihre Kirschtorte. Nicht nur Detektiv Justus und seine Freunde, sondern die ganze Stadt scheint diese Torte zu kennen und zu lieben. Bei jeder Gelegenheit bäckt Mathilda diese Kirschtorte und ist so auch ein wenig mitschuldig an der rundlichen Körperform ihres Neffen Justus, der von dieser Leckerei einfach nicht genug bekommen kann. Das Rezept für die Kirschtorte ist eine Art Familiengeheimnis, das nur Tante Mathilda kennt.

 

Die magische Linzertorte

So ähnlich wie in Rocky Beach bei den «drei Fragezeichen» ist das auch bei meiner Mutter und ihrer Linzertorte. Seit Jahren schon ist sie bei Familie und Bekannten dafür berühmt. So kommt es, dass an jedem Geburtstag im Bekanntenkreis die Linzertorte einfach mit dazugehört. Auch an Vereinsanlässen, bei denen Kuchen verkauft wird, kommt die Torte oft zum Einsatz. Der Kuchen scheint sogar magische Kräfte zu haben: Mein kleiner Bruder, ein grosser Gegner von Nüssen, Mandeln und eigentlich grundsätzlich allem, was gesund ist, war von Anfang an einer der grössten Fans dieser Linzertorte und ist doch ziemlich erschrocken, als er eines Tages erfahren hat, dass der Hauptbestandteil seiner Lieblingstorte doch tatsächlich Mandeln sind. Im Gegensatz zu Tante Mathildas Kirschtorte ist das Rezept meiner Mutter aber keinesfalls geheim. Schon oft hat sie es weitergegeben. Auch ist es nicht wirklich ein Familiengeheimnis: Vor längerer Zeit habe sie es in einem Kochbuch gesehen und es über die Jahre einfach leicht abgeändert. Der grösste Unterschied zum Standardrezept: Anstelle von Himbeer­ verwendet sie Aprikosenkonfitüre. Ein grosser Vorteil der Linzertorte ist die einfache Zubereitung: In ungefähr einer Viertelstunde ist die Torte «zusammengestellt», nach 40 Minuten im Backofen ist sie schon bereit für den Zvieritisch. Zudem schmeckt Kochen und backen mit den Müttern Die anzeiger-Redaktoren stellen in einer losen Folge ihre Lieblings rezepte aus Mutters Küche vor. Den Anfang macht Praktikant Dominik John mit einem Linzertorten-Rezept. Text: Dominik John/Bilder: Mareycke Frehner die Torte auch ein paar Tage danach immer noch hervorragend.

 

Ältestes Tortenrezept

Das Gebäck heisst im Übrigen «Linzertorte», da es im 17. Jahrhundert in Linz erfunden wurde. Ähnliche Torten soll es zwar bereits im römischen Reich gegeben haben, das erste überlieferte Rezept stammt allerdings aus der erwähnten Zeit. Damit ist es das älteste bekannte Tortenrezept der Welt. Dem Österreicher Zuckerbäcker Johann Konrad Vogel wird dabei ein grosses Verdienst zugesprochen, da er die Spezialität durch Massenproduktion populär machte.

 

Linzertorte

Zutaten

150g Butter

2 Eier

150g Zucker

1 Prise Salz

½ KL Zimt

1 Msp Nelkenpulver

200g gemahlene Mandeln

200g Mehl

200g Aprikosenkonfitüre


Zubereitung
 Weiche Butter rühren, bis sich Spitzchen bilden

Ei, Zucker und Salz zugeben

Masse rühren, bis sie hell ist

Zimt, Nelkenpulver und gemahlene Mandeln zugeben und mischen

Mehl dazusieben, verrühren

Zwei Drittel des Teigs auf dem Boden der Springform ausstreichen, am Rand etwas erhöht


Aprikosenkonfitüre auf den Teig verteilen

Dem restlichen Teig 3 bis 4 Esslöffel Mehl beifügen, auswallen, schmale Streifen schneiden oder Figuren ausstechen

Teigstreifen gitterartig auf die Torte legen oder Figuren auf die Torte geben

Zweites Ei verklopfen, Teigstreifen oder -figuren damit bestreichen

Bei 200 ºC in der unteren Ofenhälfte 40 bis 45 Minuten backen


Die anzeiger-Redaktion kocht weiter. Nächstes Mal präsentiert Desirée Müller mit ihrer Mutter ein italienisches Menü.



 

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