anzeiger - das ostschweizer Wochenmagazin

Editorial

Die Freiheit beginnt im Kopf


Andreas Ditaranto
Redaktor/Co-Redaktionsleitung
andreas.ditaranto@anzeiger.biz

Andreas Ditaranto

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«Nur wennt richtig viil Chole machsch, denn bisch würkli en guete Musiker!» Diese «Einschätzung» eines früheren Bekannten von mir, ein ziemlich tumber Zeitgenosse, nervte mich jeweils gewaltig. Was mich ob der Aussage eigentlich befremdete, war nicht, dass er von Tuten und Blasen (sprich von Musik) keine Ahnung hatte, sondern das Absolute darin. Es ist dieses Schwarz-Weiss-Denken und dieser törichte (Irr-)Glauben, für die Allgemeinheit und deren «Wohl» bestimmen zu können, was «wirklich» gut ist. Das würde in genanntem Beispiel heissen, dass alleine die «Likes» und der monetäre Erfolg ausschlag­gebend sind, ob man gut ist in dem, was man macht. Gestalterisches Wirken baut jedoch nicht auf Vorgaben und «Mass-Regelungen».


Im Gegenteil, es lohnt sich, mit offenen Augen durchs Leben zu gehen, Erfahrungen zu sammeln und bereit zu sein, (dazu) zu lernen. Einzusehen, dass die Welt nicht schwarz-weiss ist, sondern bunt, und man sich seine Farbpalette selber zusammenstellen, ändern und neu mischen kann. Was zählt, ist ein «mutiges Herz», Leidenschaft und Hingabe, um kreativ und schöpferisch zu sein. Die Freiheit jedoch beginnt stets im Kopf – Missmut und Argwohn, Besserwisserei und Biederkeit enden meist im Darm.